Heimweh im Ferienlager: So hilfst du deinem Kind

Fast jedes Kind hat im Lager irgendwann einen Moment, in dem es sein Zuhause vermisst. Oft am ersten Abend, beim Einschlafen oder wenn es regnet. Das ist normal. Heimweh zeigt, dass dein Kind ein Zuhause hat, das ihm wichtig ist. Die gute Nachricht: Bei den meisten Kindern geht es nach ein oder zwei Tagen vorbei.

Woher kommt Heimweh?

Im Lager ist vieles neu: andere Menschen, ein anderes Bett, andere Geräusche, anderes Essen, ein anderer Tagesablauf. Das Gehirn sucht nach dem Vertrauten und findet es nicht. Müdigkeit verstärkt das Gefühl. Darum ist Heimweh am Abend oft am grössten und am Morgen fast weg.

Vor dem Lager: gut vorbereiten

Rede offen darüber. Sag deinem Kind, dass Heimweh dazugehört und dass auch Erwachsene es kennen. Erzähl, wenn du selbst einmal Heimweh hattest und wie es vorbeiging.

Übt das Auswärtsschlafen. Eine oder zwei Nächte bei Grosseltern, Gotte, Götti oder Freunden helfen enorm. Dein Kind merkt: Ich schaffe das.

Lass dein Kind mitentscheiden. Ein Lager, das dein Kind selbst ausgesucht hat, fühlt sich weniger fremd an. Wenn ein Freund oder eine Freundin mitkommt, ist der Start oft leichter.

Plant gemeinsam. Lest den Infobrief zusammen, schaut den Ort an und packt gemeinsam. Je mehr dein Kind weiss, desto weniger Überraschungen.

Versprich nichts, was du nicht halten willst. Sätze wie «Wenn du Heimweh hast, hole ich dich sofort ab» sind gut gemeint, machen es aber schwerer. Dein Kind wartet dann nur auf den Moment, in dem es anrufen kann. Besser: «Wenn es dir nicht gut geht, sprich mit den Leitenden. Die helfen dir. Und wenn es wirklich nicht geht, reden wir zusammen.»

Was ins Gepäck passt

Der Abschied

Kurz und herzlich. Umarmen, sagen, dass du dich auf die Geschichten freust, und gehen. Ein langer Abschied mit vielen Tränen macht es für beide schwerer. Die Leitenden kennen diese Momente und lenken die Kinder meistens schnell ab.

Während des Lagers

Weniger ist mehr. Viele Lager empfehlen, nicht anzurufen. Ein Anruf kann Heimweh wieder aufreissen, auch wenn es schon vorbei war. Wenn du dir Sorgen machst, frag lieber bei der Lagerleitung nach.

Schreib eine Postkarte. Fröhlich, kurz, mit Fragen: «Was habt ihr gespielt?» oder «Wie ist das Essen?». Lass Sätze wie «Wir vermissen dich so sehr» oder «Der Hund sucht dich» weg. Erzähl auch nicht von besonderen Erlebnissen zu Hause, die dein Kind verpasst.

Vertrau den Leitenden. Sie erleben Heimweh in jedem Lager und wissen, was hilft: ein Gespräch, eine Aufgabe, ein Platz neben einem anderen Kind, ein bisschen mehr Aufmerksamkeit beim Einschlafen.

Wann solltest du eingreifen?

Heimweh ist normal. Es gibt aber Momente, in denen du mit der Lagerleitung über ein Abholen reden solltest:

Entscheidet das zusammen mit den Leitenden. Wenn du dein Kind früher abholst, ist das kein Scheitern. Sag ihm, dass es mutig war, es zu versuchen. Und dass es nächstes Mal vielleicht mit einem kürzeren Lager oder einem Tageslager startet.

Nach dem Lager

Lob dein Kind dafür, dass es durchgehalten hat, auch wenn es schwierig war. Frag nach schönen Momenten. Oft merken Kinder erst zu Hause, wie viel sie erlebt haben. Viele, die im ersten Lager Heimweh hatten, wollen im nächsten Jahr unbedingt wieder hin.

Kurz zusammengefasst

Noch kein Lager gefunden? Lager in deiner Nähe ansehen oder mit einem Tageslager starten.

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